Nachrichten | Einzelansicht

Teil-Lockdown: Bundesregierung stellt neue Corona-Hilfen bereit

KfW-Schnellkredit jetzt auch für kleine Unternehmen

Um die Härten der erneuten, vorübergehenden Schließung abzufedern, unterstützt die Bundesregierung unter anderem Unternehmen und Selbständige mit zusätzlichen Hilfsprogrammen. Bis zu zehn Milliarden Euro stehen bereit, um Umsatzeinbußen durch Corona-Maßnahmen aufzufangen.

Ange­sichts rasant stei­gen­der Zah­len COVID-19-Infi­zier­ter müs­sen zahl­rei­che Unter­neh­men wie Gast­stät­ten, Thea­ter, Kinos, Fit­ness- und Kos­me­tik­stu­dios sowie Frei­zeit­parks erneut vor­über­ge­hend sch­lie­ßen und erlei­den hohe Umsatz­ein­bu­ßen. Das gilt ebenso für viele Frei­be­ruf­ler sowie Solo­selb­stän­dige der Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft, aber auch für Ver­eine. Trotz der bereits beste­hen­den Hilf­s­pro­gramme ist ihre wirt­schaft­li­che Wider­stands­kraft schwächer als im Früh­jahr.

Die neuen, außer­or­dent­li­chen Corona-Hil­fen mit einem Volu­men von bis zu 10 Mil­li­ar­den Euro sol­len den Betrof­fe­nen sch­nell und ziel­ge­rich­tet drin­gend nöt­ige Liqui­di­tät ver­schaf­fen. Die beste­hende Über­brü­ckungs­hilfe II für KMU, Solo-Selb­stän­dige und Künst­ler wird ver­bes­sert und durch zusätz­lich außer­or­dent­li­che Wirt­schafts­hil­fen erwei­tert. Das­selbe gilt für den KfW-Sch­nell­k­re­dit, der nun auch klei­nen Unter­neh­men zugäng­lich gemacht wird.

Wer bekommt die neuen Corona-Hil­fen?
Alle Unter­neh­men, Selb­stän­dige, Frei­be­ruf­ler, Ver­eine oder Frei­zeit- und Kul­tur­ein­rich­tun­gen, denen auf­grund staat­li­cher Anord­nung das Geschäft unter­sagt wird oder auf­grund beste­hen­der Corona-Maß­nah­men bereits unter­sagt ist, kön­nen die neuen Corona-Hil­fen bean­tra­gen. Zeit­nah klä­ren will die Bun­des­re­gie­rung Unter­stüt­zungs­maß­nah­men für die­je­ni­gen, die indi­rekt, aber ver­g­leich­bar durch die Anord­nun­gen betrof­fen sind.

Bis zu 75 Pro­zent des Umsat­zes für Unter­neh­men mit weni­ger als 50 Beschäf­ti­gen
Als außer­or­dent­li­che Wirt­schafts­hilfe kön­nen Unter­neh­men mit weni­ger als 50 Beschäf­tig­ten eine Kos­ten­pau­schale in Höhe von bis zu 75 Pro­zent ihres Umsat­zes im Novem­ber 2019 bean­tra­gen. Die Höhe wird aus dem durch­schnitt­li­chen wöchent­li­chen Umsatz des Vor­jah­res­mo­nats berech­net und für jede ange­ord­nete Lock­down-Woche bezahlt. Solo-Selb­stän­dige erhal­ten ein Wahl­recht, ob sie statt­des­sen den durch­schnitt­li­chen Vor­jah­re­s­um­satz zugrunde legen. Bei jun­gen Unter­neh­men, die nach Novem­ber 2019 gegrün­det wur­den, sind die dies­jäh­ri­gen Oktober-Umsätze maß­geb­lich.

Für grö­ßere Unter­neh­men gel­ten bei­hil­fe­recht­li­che Vor­ga­ben
Für grö­ßere Unter­neh­men gel­ten als Bemes­sungs­grund­lage für die außer­or­dent­li­che Wirt­schafts­hilfe abwei­chende Pro­zen­t­an­teile vom Vor­jah­re­s­um­satz. Die Höhe wird im Ein­zel­nen anhand bei­hil­fe­recht­li­cher Vor­ga­ben ermit­telt. Abzu­zie­hen vom Erstat­tungs­bei­trag sind ander­wei­tige Hil­fen für den Zei­traum wie Kurz­ar­bei­ter­geld oder Über­brü­ckungs­hilfe. Even­tu­elle spä­tere Leis­tun­gen aus der Über­brü­ckungs­hilfe II, die Betrof­fene für Umsatz­aus­fälle der Monate Sep­tem­ber bis Dezem­ber 2020 bean­tragt kön­nen, wer­den eben­falls ange­rech­net.

KfW-Sch­nell­k­re­dite auch für Unter­neh­men mit bis zu zehn Beschäf­tig­ten
Künf­tig kön­nen auch Unter­neh­men mit bis zu zehn Beschäf­tig­ten von mehr Liqui­di­tät durch einen KfW-Sch­nell­k­re­dit pro­fi­tie­ren. Unter­neh­men in geord­ne­ten wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen haben die Mög­lich­keit, bei ihrer Haus­bank sch­nell und unkom­p­li­ziert bis zu 300.000 Euro Kre­dit zu bean­tra­gen, abhän­gig vom Umsatz im Jahr 2019. Es gibt keine Kre­di­t­ri­si­ko­prü­fung und der Bund stellt die Haus­bank von der Haf­tung frei.

Über­brü­ckungs­hil­fen für KMU und Selb­stän­dige
Bereits seit Juli 2020 wer­den Zuschüsse zu betrieb­li­chen Fix­kos­ten als Über­brü­ckungs­hilfe für KMU, Solo-Selb­stän­dige und Frei­be­ruf­ler geleis­tet, die Corona-bedingt unter erheb­li­chen Umsatz­aus­fäl­len lei­den, die soge­nannte Über­brü­ckungs­hilfe II für KMU. Diese Hil­fen sol­len ein wei­te­res Mal ver­län­gert und ihre Kon­di­tio­nen ver­bes­sert wer­den.

Doch Vor­sicht: Mit­tel­ständ­ler, die meh­rere Corona-Hil­fen bean­tra­gen und im Vor­jahr maxi­mal 50 Mio. Euro bei einer Bilanz­summe von nicht mehr als 43 Mio. Euro umge­setzt haben, müs­sen die zuläs­si­gen För­der­g­ren­zen gemäß den EU-För­der­richt­li­nien beach­ten, damit sie kei­nen Sub­ven­ti­ons­be­trug bege­hen. Um dies zu ver­hin­dern, prüft die Bun­des­re­gie­rung der­zeit, inwie­weit sich eine Ände­rung im Regel­werk des Bei­hil­fe­rechts der EU-Kom­mis­sion zeit­nah natio­nal umset­zen lässt. Danach sol­len unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen Bei­hil­fen bis zu 3 Mio. Euro je Unter­neh­men erlaubt sein.

Da in eini­gen Wirt­schafts­be­rei­chen auch in den kom­men­den Mona­ten mit erheb­li­chen Ein­schrän­kun­gen des Geschäfts­be­triebs zu rech­nen ist, arbei­ten das Bun­des­mi­nis­te­rium der Finan­zen und das Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Ener­gie mit Hoch­druck daran, das beste­hende Instru­ment der Über­brü­ckungs­hilfe II zu einer Über­brü­ckungs­hilfe III wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Wo kön­nen Betrof­fene Wirt­schafts- und Über­brü­ckungs­hilfe bean­tra­gen?
Ein ver­ein­fach­ter Antrag auf der bereits beste­hen­den Platt­form der Über­brü­ckungs­hilfe soll genü­gen. Da die Umset­zung der Ein­zel­hei­ten einige Zeit in Anspruch neh­men wird, sind gege­be­nen­falls Abschlags­zah­lun­gen mög­lich.

Zurück